Ottobrunn, Dezember 2025
Als ich anfing diesen Blog zu schreiben, nahm ich mir vor, einfach jede Woche einen kleinen Artikel zu schreiben über Dinge, die mir auffielen und die mich beschäftigten. In der Zwischenzeit musste ich allerdings feststellen, dass dieses ursprüngliche Ziel für mich nicht einzuhalten war.
Nicht, dass es an Zeit, Ideen, Gedanken, Erlebnissen oder Meldungen gemangelt hätte. Das Gegenteil war eher der Grund – zuviel, was um mich herum passierte, als dass ich es alles aufarbeiten und aufschreiben konnte.
Ich hätte schreiben können (und wollen) über die gefühlte Ohnmacht des Bürgers im Alltag, oder die hedonistische Egomanie im Zeitgeist, über die zunehmende Ablehnung, sich Schuld einzugestehen oder zu übernehmen, über den Shift von fachlicher Qualifikation hin zum Opportunismus und Netzwerken als Karrieregrundlage, über moderne Raubritter in Nadelstreifen, über einen Nobelpreis in Wirtschaft, der etwas bestätigt, was vor über 100 Jahren formuliert wurde (nämlich, dass es für wirtschaftliche Weiterentwicklung Innovationen brauchte und die wiederum ein positives Umfeld bedurften), über die weiter sinkende Qualität unseres Schulsystems, gemessen an den sinkenden Leistungen der Schüler und Schülerinnen (hierzu zählte auch das weitere Unvermögen der Bildungspolitiker, endlich mal deutschlandweit einheitliche Bildungsstandards zu formulieren, hin zu einem Zentralabitur), über Reformstau in Deutschland, über die mangelnde Fähigkeit klare Entscheidungen zu treffen, über einen freiwilligen Wehrdienst in Zeiten von Gleichstellung und zunehmenden Bedrohungslagen, über die Zunahme von psychischen Krankheiten bei jungen Menschen und deren sofortigen Widerstand bei Hinweisen, es könne an ihrem Umgang damit liegen (überhaupt Widerstand gegen sämtliche Vorschläge und Bitten, bestimmte Dinge zu tun, weil dies als Bevormundung oder sogar Abwertung der eigenen Fähigkeiten aufgefasst wurde – also der übliche Generationenkonflikt), über die Zunahme der Bedeutung der Work-Life-Balance bis hin zur Perversion, dass hier kein Work mehr stattfinden sollte, über Bürokratieabbau in der Verwaltung, für den erstmal neue Arbeitsplätze in der Verwaltung geschaffen werden mussten, über ein Rentensystem, welches jeden Mindestlöhner in die Altersarmut entließ, über KI in Prüfungen und weiterhin Abfragen von deklarativen Wissen in Abschlussprüfungen (wo es eher um Anwendung von Wissen ging), über Lügen, welches salonfähig und alltäglich geworden war (und wenn man dabei erwischt wurde einfach mit der Antwort „daran habe man keine Erinnerung mehr“ konterte), über überzogene Versorgungsansprüche von gekündigten Chefs in Körperschaften des öffentlichen Rechts (die sich noch dazu aus Zwangsabgaben finanzierten), über Gebührenordnungen (also keiner leistungsgerechten Abrechnung), über deutsche Elektromobilität aus dem Jahr 1972, über das Verbot von Social Media für Kinder, über die Entstehung von Recht, welches eben nicht einfach so vom Himmel fiel (außer im alten Testament), über den heutigen Anspruch an Wissenschaftlichkeit (oftmals nurmehr korrekte Formatierung und Zitierweise), and so on……..
Hinzu kam und kommt, dass ich mich schwertat, meine Gedanken kurz in nur einige wenige Sätze zu fassen, wie man an der obigen Aufzählung schon erkennt. Und bei jeder Beschäftigung mit einem Thema ergaben sich immer wieder neue Aspekte, die ebenfalls zu berücksichtigen waren. Etwas, was in der heutigen Zeit von maximal 280 Zeichen bei Tweets und den Shorts bei TikTok und YouTube unmöglich war.
Darum heute mal kurz: offen bleiben, Zeitung und ein gutes Buch lesen, an der frischen Luft mit erhobenem Kopf und offenen Augen spazieren gehen, sich mit netten Menschen treffen, austauschen, akzeptieren, dass wir vieles im Außen nicht verändern können aber durch unsere Haltung Einfluss darauf haben – und das aktuelle Leben genießen, es ist das Einzige, welches wir gerade haben.
Gute Nacht
