Neue Städte

Whistler, August 2020

Und endlich mal eine positive Meldung: der UN-Chef sah die Pandemie als Chance für die Umgestaltung der Städte, bzw. der weltweiten Ballungsräume. So habe „die Pandemie vielerorts für die Schaffung neuer Radwege und Fußgängerzonen gesorgt, mit der die Mobilität und die Luftqualität verbessert worden seien. Eine ökologische Transformation der Metropolen könne klimafreundliches Wachstum und neue Arbeitsplätze bringen. So könne nicht nur dem Coronavirus begegnet werden, sondern auch der Klimakrise und der Verschmutzung von Städten.“

Ein sehr schöner Gedanke. Allerdings bezweifelte ich deren Umsetzbarkeit, da diese positiven Effekte leider nicht betriebswirtschaftlich – und aktuell auch nicht volkswirtschaftlich – monetär erfasst wurden. Erst wenn das Primat der Ökonomie und der davon geforderte Wachstumsgedanke endlich zugunsten einer umfassenden Wohlstands- und Zufriedenheitsmesslatte aufgegeben wurden, erschien mir solch eine Vision realisierbar. Veränderung gegen die maximalen Akkumulationsinteressen einiger weniger Nutznießer der aktuellen Wohlstands-Verteilungs-Schemata waren aktuell noch nicht machbar. Das Festhalten am Status-Quo zu opportun durch die Mächtigen der Welt.

Aber wenn es stimmte, was Karl Marx sagte, dass jede Gesellschaft, in der es eine Form des Besitzes an Produktionsmitteln erlaubte, sich menschliche Arbeit zu unterwerfen, zwangsläufig durch Revolution oder Untergang endete, hoffte ich, dass die Pandemie nicht zu solch radikalen Ergebnissen führte. Ich hoffte, dass insbesondere die aufgeklärte westliche Welt wieder als Vorreiter für friedliche Reformen hin zu einer neuen Solidargemeinschaft fungieren würde. Nicht im Zurück, sondern im gestaltenden Blick nach vorne lag die Zukunft. Mal sehen, was der neue Tag so brachte. Guten Morgen.

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