KUNG-FLU und andere Krankheiten

Whistler, Juli 2020 (aktualisiert November 2021)

In der Anfangszeit wurde das neue SARS-CoV-2 Virus oftmals mit einer einfachen Grippe verglichen. Und selbst einige Ärzte äußerten mit diesem Hinweis öffentlich ihre Kritik an den von der Bundesregierung erlassenen Maßnahmen zur Einschränkung der Virusverbreitung. Aus diesem Grund anbei einige Vergleichszahlen:

  • durch Aspirin starben jährlich 3.000 Menschen in Deutschland (USA 16.000)
  • in Deutschland gab es jährliche etwa 15.000 Tote durch Krankenhauskeime
  • rund 25.000 Menschen starben in Deutschland jährlich durch Nebenwirkungen von Medikamenten
  • in der Saison 2017/2018 starben in Deutschland etwa 25.000 an der Grippe
  • in der EU starben jährlich etwa 33.000 Menschen durch multiresistente Keime
  • in Deutschland hatten wir jährlich etwa 45.000 Tote durch akuten Herzinfarkt
  • jährlich starben weltweit zwischen 300.000 – 600.000 Menschen am Influenzavirus
  • weltweit gab es im Jahr 2019 etwa 700.000 Tote im Zusammenhang mit einer HIV-Infektion (gegenüber 1,4 Mio. Toten im Jahr 2004)
  • an Tuberkulose starben weltweit im Jahr 2018 1,5 Mio. Menschen
  • 3,1 Mio. Kinder unter 5 Jahren starben jährlich an den Folgen von Mangel- und Unterernährung – 8.500 Kinder täglich, alle 10sec ein Kind

Etwa 4 Monate nach Auftreten des neuen Virus hatten wir in Deutschland etwa 9.000 Todesfälle, weltweit waren Ende Juli 2020 fast 630.000 Menschen gestorben – Mitte August 2020 waren es schon 780.000 Tote und Mitte November sogar schon 1,3 Mio. Opfer.

Nach nur einem Jahr hatte Deutschland zwischenzeitlich über 68.000 Todesfälle durch das Virus und weltweit wurden über 2,4 Mio Tote im Zusammenhang mit dem Coronavirus beklagt. (Anm.: am 25. November 2021 überschritt Deutschland die Grenze von 100.000 Corona-Toten)

Den Vergleich mit einer „einfachen Grippe“, oder wie vom amerikanischen Präsidenten Donald Trump als KUNG-FLU bezeichnet, und somit die Relativierung der Gefahren, die von diesem neuartigen Virus ausgingen, wagt heute niemand mehr aus offensichtlichen Gründen. Und im Vergleich zu vorangegangenen Epidemien wurden wirklich in Rekordzeit mehrere wirksame Impfstoffe entwickelt. In einer logistischen Meisterleistung wurden diese Impfstoffe auch schon schon in großen Mengen produziert und in speziell aufgebauten und eingerichteten Impfzentren wurde großflächig mit den Impfungen begonnen. 

Trotz dieser Erfolge kann allerdings weiterhin keine Entwarnung gegeben werden. In zunehmenden Maße breiten sich Mutante des ursprünglichen Virus aus. Zwar scheinen die aktuellen Impfstoffe auch gegen die bislang identifizierten Mutante wirksam zu sein, allerdings ist mit weiteren Mutationen zu rechnen und auch damit, dass die aktuell noch wirksamen Vakzine dann auch angepaßt werden müssen. 

Fest steht, dass dieses Virus uns voraussichtlich über das komplette Jahr noch beschäftigen wird. Genauso fest steht somit, dass es kein einfaches zurück zu „Normal“ geben wird, sondern wir unseren Alltag anpassen müssen. Zwischenzeitlich sieht auch die Politik die Notwendigkeit, Lösungen zu konzipieren, mit welchen Regeln wir möglichst rasch wieder zu sozialen Wesen mit Interaktionen untereinander kommen können. Guten Morgen.

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