Literatur für lange Nächte

Kassel, April 2022

„Ein gutes Buch lesen“ war in schlaflosen Nächten ein probates Mittel gegen den Affen im Kopf. Und der Affe war in der aktuellen Zeit oft sehr aktiv, was bei den derzeitigen Meldungen rund um den Krieg in der Ukraine, dessen Auswirkungen auf unser Leben und parallel dazu noch die verwirrenden Regelungen rund um Corona, auch kein Wunder war. Bücher ließen neue Bilder im Kopf entstehen, entführten den Leser in ferne Länder, magische Welten oder ließen ihn teilhaben an den Gedanken und Erlebnissen Anderer. Bücher hatten die Macht in uns Freude zu wecken, uns zu begeistern oder uns auch tief betroffen zu machen.

Auf jeden Fall lenkten sie mich vom Affen ab und ermöglichten es mir nach gewisser Zeit der Lektüre wieder beruhigt einschlafen zu können. Und es gab hier eine schiere Unzahl an möglichen Ablenkungen – teilweise auch schon kostenlos in Tauschregalen, die nach und nach an vielen Ecken der Städte entstanden.

Somit entstand für mich ein weiteres Mittel um der Gedanken-übermächtigen Nacht Herr zu werden: die Zusammenstellung einer Liste „guter Bücher“. Hierbei handelte sich um Bücher, die ich alle selber einmal zumindest in der Hand gehalten und quer gelesen hatte. Die meisten dieser Bücher hatte ich gelesen und sie standen auch heute noch in meinem Bücherschrank, da ich mich von ihnen nicht trennen konnte. Teilweise hatte ich sie auch schon mehrfach gelesen.

Anbei nun also meine persönliche „Best-of-Night-Literature“ in chronologischer Erscheinungsreihenfolge:

⁃ Grimmelshausen: Der Abenteuerliche Simplicissimus (1668)

⁃ Voltaire: Candide ou l‘optimisme (1759)

⁃ Goethe: Die Leiden des jungen Werthers (1774)

⁃ Schiller: Die Räuber (1781)

⁃ Schiller: Wilhelm Tell (1803/04)

⁃ Goethe: Faust I (1808)

⁃ Goethe: Faust II (1832)

⁃ Georg Büchner: Woyzeck (1837/1878)

⁃ Gottfried Keller: Kleider machen Leute (1874)

⁃ Mark Twain: Ein Yankee aus Connecticut an König Artus‘ Hof (1889)

⁃ Gerhard Hauptmann: Die Weber (1892)

⁃ Theodor Fontane: Effi Briest (1896)

⁃ Erich Scheurmann: Der Papalagi (1920)

⁃ Khalil Gibran: Der Prophet (1923)

⁃ Thomas Mann: Der Zauberberg (1924)

⁃ Hermann Hesse: Der Steppenwolf (1927)

⁃ Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues (1928)

⁃ Aldus Huxley: Brave New World (1932)

⁃ Hans Fallada: Kleiner Mann – was nun? (1932)

⁃ Louis Bromfield: Der große Regen (1937)

⁃ Vladimir Nabokov: Einladung zur Enthauptung (1938)

⁃ Kathrine Kressmann Taylor: Adressat unbekannt (1938)

⁃ Mika Waltari: Sinuhe der Ägypter (1945)

⁃ Erich Kästner: Bei Durchsicht meiner Bücher (Gedichtband) (1946)

⁃ Jacques Prévert: Paroles (Gedichtband) (1946)

⁃ Antoine de Saint-Exupéry: Le Petit Prince (1946)

⁃ Albert Camus: Die Pest (1947)

⁃ Wolfgang Borchert: Draußen vor der Tür (1947)

⁃ George Orwell: 1984 (1948)

⁃ Eugen Herrigel: Zen in der Kunst des Bogenschiessens (1948)

⁃ Berthold Brecht: Der gute Mensch von Sezuan (1953)

⁃ Friedrich Dürrenmatt: Der Besuch der alten Dame (1956)

⁃ Max Frisch: Homo Faber (1957)

⁃ Perry Rhodan – Die dritte Macht (1961)

⁃ Heinrich Böll: Ansichten eines Clown (1963)

⁃ Richard Bach: Die Möwe Jonathan (1970)

⁃ Martin Gray: For those I loved (1972)

⁃ Helen Schucman: A Course in Miracles (1976)

⁃ Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (1978)

⁃ Douglas Adams: Per Anhalter durch die Galaxis (1979 – 1992)

⁃ Paulo Coelho: Der Alchimist (1988)

⁃ Luciano De Crescenzo: Also sprach Bellavista (1988)

⁃ Erik Neutsch: Zwei leere Stühle (1989)

⁃ James Redfield: Die Prophezeiungen von Celestine (1994)

⁃ Bernhard Schlink: Der Vorleser (1995)

⁃ Jean-Dominique Bauby: Schmetterlinge und Taucherglocke (1997)

⁃ Rafik Schami/Uwe-Michael Gutzschhahn: Der geheime Bericht über den Dichter Goethe (1999)

⁃ Bernhard Kegel: Wenzels Pilz (1999)

⁃ Thomas Brussig: Am kürzeren Ende der Sonnenallee (1999)

⁃ Qiu Xiaolong: Death of a Red Heroine (2000)

⁃ Andreas Eschbach: Eine Billion Dollar (2001)

⁃ Philippe Delerm: Gagner le cœur d’un artichot (2001)

⁃ Eric-Emmanuel Schmitt: Oscar et la dame rose (2002)

⁃ Hong Li Yuan: Die Tempelglocken von Shanghai (2003)

⁃ Michael Chrichton: State of Fear (2004)

– Geert Mak: In Europa (2004)

⁃ Michael Chrichton: Next (2006)

⁃ Marie-Sabine Roger: La tête en friche (2008)

⁃ Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Chroniken (2009 – 2018)

⁃ Marc Elsberg: Blackout – Morgen ist es zu spät (2012)

⁃ Marc Elsberg: Zero – Sie wissen, was du tust (2014)

⁃ Marc Elsberg: Helix – Sie werden uns ersetzen (2016)

Besonders interessant (und somit ablenkend) fand ich die Aufgabe, die Bücher chronologisch zu sortieren. Interessant, in welcher Zeit ein Buch jeweils geschrieben wurde. Oftmals war ich erstaunt, wie alt ein Werk schon war, von dem ich dachte, dass es eher neueren Datums sei.

Je mehr ich mich nun hiermit Beschäftigte, desto mehr Bücher fielen mir allerdings ein, die ich in den vergangenen Jahren gelesen hatte und die Auswahl zum Best-of wurde immer schwieriger. Da waren noch Der Hobbit, Der Herr der Ringe, Tintenherz, Harry Potter, Die Welle, Herr der Fliegen, Der Schwarm, Die Bibel, Das Buch Mormon, Captain Hornblower, Sieben Jahre Tibet, Tai Pan, Ausgebrannt, Limit, Prey, Das Technopol, Der träumende Delphin, Der Mann der König sein wollte, Der Richter und sein Henker, Der kleine König Dezember, Hallo Mister Gott hier spricht Anna, Der fremde Tibeter, Sophies Welt…….es gab einfach zuviel! Trotzdem blieb die obige Liste mal so stehen.

Wer allerdings eher auf philosophisch angehauchte Alltagsweisheiten und Begebenheiten stand, die durch bebilderte kleine Episoden als Comic dargestellt wurden, dem könnte ich die Geschichten von Calvin und Hobbes empfehlen.

Und wer sich schwer tat, Goethe im Original zu lesen (es war jedoch der Sprache wegen unbedingt, zumindest auszugsweise, zu empfehlen), dem würde ich zum Geheimen Bericht über den Dichter Goethe von Rafik Schami raten.

In diesem Sinn: Guten Morgen und eine erfüllte Nacht

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